Diese Woche hat Google mich 530 Mal jemandem gezeigt. Fast viermal so oft wie in der Woche davor. Auf der Seite waren dann: vier Menschen. Das ist die ganze Geschichte von Woche 4 — und sie ist unbequemer, als die grünen Zahlen aussehen.
Die Zahlen, die nach oben zeigen
Fangen wir mit dem an, worüber ich mich freue. Die Impressionen sind von 140 auf 530 gesprungen. Die Klicks von 3 auf 11. Beides fast eine Vervierfachung, in sieben Tagen.
Und zum ersten Mal stehen wieder zwei Suchbegriffe in den Top 10: „werbeagentur in der nähe“ auf Position 4 und „messenfeld“ auf Position 8.
Nach der roten Woche 3 fühlt sich das gut an. Ich lasse es kurz so stehen.
Die Zahl, die alles relativiert
Denn gleichzeitig waren weniger Menschen auf der Seite als in der Woche davor. 4 statt 13 Nutzer. 28 statt 38 Sitzungen. Die Engagement-Rate von 68,4 % auf 60,7 %.
Und wenn ich ganz genau hinschaue, wird es noch magerer: Von den 28 Sitzungen hatten sechs null Engagement — keine Sekunde Verweildauer, keine Interaktion. Das ist kein Publikum, das sind mit ziemlicher Sicherheit Bots oder Monitoring-Dienste.
Vervierfachte Sichtbarkeit. Ein Drittel des Publikums. Das passt nicht zusammen — bis man sich ansieht, wo die 530 Impressionen herkommen.
Position 90 ist kein Publikum
Die Impressionen kommen fast alle aus einem einzigen Bereich: „lokale seo“, „lokal seo“, „lokales seo“, „lokal gefunden werden“, „seo lokal“. Also exakt mein Thema — dieselbe Erkenntnis wie letzte Woche.
Nur stehe ich dort auf Position 91. 95. 97.
Meine Durchschnittsposition ist deshalb sogar leicht schlechter geworden: von 61,3 auf 62,4. Nicht weil ich abgerutscht wäre, sondern weil so viele neue Erwähnungen ganz weit hinten dazugekommen sind. Masse ohne Nähe.
Das ist der Unterschied zwischen einer Zahl, die gut aussieht, und einer Zahl, die etwas bedeutet. 530 Impressionen auf Seite 9 sind wertvoller als 140 — aber sie sind kein Geschäft. Von 530 Anzeigen wurde 11 Mal geklickt. Das sind 2,1 %.
Immerhin: /leistungen/local-seo/ allein steht für 129 dieser Impressionen. Die richtige Seite wird für das richtige Thema gezeigt. Sie steht nur an der falschen Stelle.
Ein Werkzeug sagte mir, ich sei auf Platz 3
Diese Woche meldete mir ein SEO-Tool: Platz 3 für „aeo agentur erzgebirge“. Kurzer Moment Freude.
Dann habe ich in der Search Console nachgesehen, wie oft dieser Begriff in der ganzen Woche gesucht wurde. Die Antwort: kein einziges Mal. Null Impressionen.
Ich bin also Dritter in einem Rennen, zu dem niemand gekommen ist. Und ich schreibe das hier hin, weil solche Meldungen genau die Sorte Erfolg sind, die man in Angeboten präsentiert bekommt. „Platz 3!“ klingt großartig. Die Frage, die niemand stellt, ist: Platz 3 wofür — und sucht das jemand?
Und dann war da noch der Handschlag
Diese Woche gab es einen Termin. Ein Lieferant, aus dem ein richtig guter Kooperationspartner werden könnte — jemand, mit dem zusammen ich Digitalisierung anders anbieten kann als allein.
Das ist mit Abstand das Wertvollste, was in Woche 4 passiert ist. Und es taucht in keiner einzigen der 20 Kennzahlen richtig auf.
Jetzt wird es unangenehm: Letzte Woche hatte ich genau so einen Termin — und habe ihn bewusst nicht ins Dashboard geschrieben. Mit der Begründung: der Funnel zeigt, was die Seite bringt, und der Termin kam nicht über die Seite. Das steht so im Woche-3-Artikel.
Diese Woche habe ich ihn eingetragen. Als Anfrage, als Hot-Lead, Kontaktweg Mund-zu-Mund.
Ich könnte das jetzt begründen. Ich lasse es lieber so stehen: Ich habe meine eigene Regel gebogen, weil eine grüne Zahl in einer durchwachsenen Woche gut aussieht. Genau der Reflex, gegen den dieses Projekt angetreten ist. Wenn ich das nicht selbst aufschreibe, ist die Transparenz hier nur Dekoration.
Nächste Woche gilt wieder: Der Funnel misst, was die Seite bringt. Alles andere ist Geschichte — wichtige Geschichte, aber keine Kennzahl.
Was ich mitnehme
Vier Wochen, vier Lektionen. Woche 1: Google kannte mich nicht. Woche 2: Google hat mich entdeckt. Woche 3: entdeckt werden ≠ gefunden werden. Woche 4: gesehen werden ≠ besucht werden.
Die Richtung stimmt trotzdem. Vor vier Wochen waren es 3 Impressionen, jetzt 530. Vor vier Wochen kannte Google mein Thema nicht, jetzt zeigt es die richtige Seite für die richtigen Begriffe. Was fehlt, ist der Weg von Seite 9 auf Seite 1 — und der geht über Inhalte, Tiefe und Geduld, nicht über Tricks.
Die Maschine misst gnadenlos. Ich bleibe dran. Mensch und Maschine — nicht oder.
Weiter geht’s. ❤
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