Eine Notarkanzlei aus Chemnitz hatte ein Problem, von dem sie nichts wusste — und das ist die gefährlichste Sorte. Es gab schlechte Bewertungen bei Google. Öffentlich, ungefiltert, seit Monaten. Und niemand konnte darauf antworten. Warum? Weil niemand wusste, wem der Eintrag eigentlich gehört. Das ist die Geschichte einer digitalen Rückeroberung — in sechs Tagen.
„Google-Konto? Welches Google-Konto?“
Das ist der Satz, den ich fast überall zuerst höre. Und die Antwort ist unbequem: Doch, Sie haben eines. Fast jedes Unternehmen hat einen Google-Eintrag — ob es ihn selbst angelegt hat oder nicht. Google erstellt Profile auch automatisch aus Kartendaten, Verzeichnissen und Nutzerhinweisen. Der Eintrag lebt also: Er zeigt Ihre Adresse, Ihre Öffnungszeiten (manchmal falsch) und er sammelt Bewertungen. Nur — wenn ihn niemand beansprucht hat, redet niemand aus dem Unternehmen mit. Der Kanal sendet. Aber Sie können nicht antworten.
Die Suche nach dem Schlüssel
Meine erste Aufgabe war keine technische, sondern eine detektivische: Wer hat die Zugangsdaten? Ich habe gefragt. Die Sekretärin — nichts. Der IT-Dienstleister, der die Hardware im Büro betreut — nichts. Die Kanzlei selbst — nichts. Der Eintrag war ein Geisterprofil: sichtbar für die ganze Welt, steuerbar für niemanden. Das ist übrigens kein Einzelfall. Es ist der Normalfall.
Inhaberschaft anfordern — der offizielle Weg
Für genau diese Situation hat Google einen vorgesehenen Weg. So lief es ab:
- Ein neues, sauberes Google-Konto für die Kanzlei angelegt — nicht privat, nicht „mal schnell vom Praktikanten“.
- Den bestehenden Eintrag in Google Maps gesucht und „Inhaberschaft anfordern“ ausgelöst.
- Berechtigung nachgewiesen.
- Und dann das Schwierigste: warten. Google räumt einem eventuellen Alt-Inhaber eine Frist zum Reagieren ein.
Nach sechs Tagen kam die Bestätigung. Voller Zugriff.
Was sich in diesem Moment ändert
Mit dem Zugriff fällt alles, was vorher blockiert war:
- Auf jede Bewertung antworten — ruhig, sachlich, professionell. (Eine gute Antwort liest selten der verärgerte Verfasser. Sie liest der nächste Interessent.)
- Das Profil korrigieren: Öffnungszeiten, Leistungen, Kontakt, Fotos.
- Den Kanal endlich aktiv bespielen, statt ihm zuzusehen.
Aus „wir haben keine Ahnung“ wurde in gut einer Woche: die volle Kontrolle über einen der wichtigsten Vertrauenskanäle, den eine Kanzlei hat.
Ein Google-Profil, das Ihnen nicht gehört, arbeitet trotzdem — nur eben nicht für Sie.
Und der Bonus obendrauf
Als der Zugang stand, kam noch etwas Unerwartetes: eine automatische Synchronisation Richtung Bing — Microsofts Kartendienst, der zunehmend auch KI-Antworten speist. Aber das ist eine eigene Geschichte. Die erzähle ich in einem der nächsten Magazinbeiträge. 😉
Haben Sie auch das Problem?
Ehrliche Frage: Wissen Sie, wer die Zugangsdaten zu Ihrem Google-Profil hat? Wenn Sie gerade kurz zögern mussten — genau das ist der Punkt.
- Ich finde heraus, ob Ihr Eintrag existiert, wem er gehört und was er über Sie erzählt.
- Wenn nötig, hole ich die Inhaberschaft zurück — auf dem offiziellen Weg.
- Und dann machen wir aus dem Geisterprofil einen Kanal, der für Sie arbeitet — sauberes Local SEO inklusive.
Kein Zaubertrick und keine Garantie: Der offizielle Weg dauert ein paar Tage. Aber er gehört Ihnen — für immer.